Die Geschichte meiner Delvaux-Tasche aus Belgien

Antwerpen, eine Stadt, die mühelos eine Eleganz ohnegleichen ausstrahlt, bietet eine architektonische Leinwand, die sich so deutlich von Paris oder jeder anderen europäischen Stadt unterscheidet. Die Boutiquen und Hotels zeugen von einer Eleganz, die in ihrem Reiz unübertroffen ist. Unter den unzähligen Designern, die der Stadt ihre Kreativität aufprägen, gibt es einen besonderen Herrn, Axel Vervoordt, dessen Architektur, Entwürfe und Bücher nicht nur meine Fantasie beflügelt, sondern mich auch emotional inspiriert haben.

Die Wurzeln dieser Stadt reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück, und sie kann auf eine an Meilensteinen reiche Geschichte verweisen, darunter die Auszeichnung, vor vier Jahrhunderten die Geburtsstätte der weltweit ersten Zeitung gewesen zu sein. Beim Verlassen des Bahnhofs wird man von Fassaden empfangen, die die Sinne augenblicklich elektrisieren, ein Versprechen der kulturellen und historischen Schätze, die im Inneren liegen. Antwerpen, berühmt für sein Diamantenviertel, handelt mit nahezu 90 % der weltweiten Rohdiamanten und krönt sich damit zum globalen Diamantenzentrum. Seine mit bemerkenswerter Unabhängigkeit gestalteten Geschäfte tragen zum einzigartigen Charme der Stadt bei.

Nur eine Zugfahrt von Brüssel entfernt findet man sich auf dem Grand Place wieder, dem phänomenalen Herzen der Stadt. Wenn ich an ein durch und durch britisches Erlebnis zurückdenke, erinnere ich mich an einen Besuch im exquisiten Delvaux-Geschäft, damals zu Beginn meiner Laufbahn, als ich ein bescheidenes Gehalt verdiente. Von der Eleganz des Geschäfts verzaubert, war ich von einer Handtasche bezaubert, die ich unbedingt kaufen wollte. Die Verkäuferin war der Inbegriff guten Kundenservice, etwas, das ich heute in meiner eigenen Boutique nachahme. Beim Verpacken meiner entzückenden Tasche legte sie sie zunächst in einen weichen Stoffbeutel mit Kordelzug und Quasten, dann in eine sehr prächtige, mit reichlich feinem Seidenpapier ausgekleidete Schachtel und schließlich in eine große, gut gearbeitete Tüte. Das alles sah recht spektakulär aus, und dann wurde mir die Rechnung überreicht: 60.000 belgische Franc, gleich meinem gesamten Monatsgehalt. Ganz nach britischer Manier konnte ich den Kauf nun unmöglich ablehnen oder etwas sagen (obwohl ich beinahe in Ohnmacht fiel). Ich fügte mich einem Monat aus Pasta und Baked Beans, einer Entscheidung, die ich nie bereut habe. Die Tasche wird heute auf 25.000 £ geschätzt und ist zu einem Archivschatz geworden.

Der Grand Place beherbergt auch fabelhafte Restaurants. Dort genoss ich, was bis heute die köstlichste Mahlzeit meines Lebens bleibt. Auf einer Bank an einem rustikalen Holztisch sitzend, wurde mir ein Kessel mit einem üppigen Hummer serviert, dazu Hummerbisque, ein frisches Baguette und eine Karaffe Wein: ein Festmahl, das ich nie vergessen werde.

Was die belgischen Pralinen betrifft, so sind sie himmlisch, der Gipfel konfiseurischer Glückseligkeit. Pierre Marcolini ragt als Meisterchocolatier heraus, sein Ruhm reicht inzwischen um die Welt, und seine Kreationen zieren Londons Marylebone High Street. Die Vortrefflichkeit belgischer Pralinen ist eines meiner heimlichen Laster.