Zu Beginn der Festtagszeit fliege ich stets nach München, um meinen Vater zu sehen. Er ist 98 Jahre alt, noch immer rüstig und schimpft noch immer mit mir, was ein gutes Zeichen ist.
Nachdem meine Mutter verstorben war, heiratete er Tina, die aus einer langen Linie großer bayerischer Bäcker stammt. Jedes Weihnachten bäckt sie verschiedene Sorten traditioneller deutscher Weihnachtsplätzchen, darunter Lebkuchen, die sie vor meiner Ankunft in Dosen aufbewahrt. Wir verpacken sie gemeinsam, in Schachteln, mit Bändern verschnürt, und liefern sie persönlich an die örtliche Gemeinschaft aus, darunter Ärzte, Krankenschwestern und die Feuerwehr. Es ist eine wunderbare Tradition, die es fortzuführen gilt.
Ich liebe die deutschen Märkte und besuche sie zu dieser Zeit immer. Die Stadt sieht aus wie ein Märchen, umgeben von Holzhütten, die mich an die Lebkuchenhäuser von Hänsel und Gretel erinnern. Jede kleine Hütte ist bis unter das Dach vollgepackt mit allerlei Süßigkeiten, Marzipan, Schaffellen und allem, was man sich wünschen könnte, um Weihnachten daheim ein wenig gemütlicher zu machen. Der Duft von Glühwein, dem warmen süßen Wein, ist auf den Märkten allgegenwärtig.
Bayern hat endlose schneebedeckte Dörfer und ist wahrhaft wie aus dem Bilderbuch! Mein Vater hat am Tor einen riesigen Weihnachtsbaum im Freien, geschmückt mit goldenen Lichtern, und drinnen ein wunderbar prasselndes Feuer, das uns warm hält. Mein Bett ist sehr alt und zu bequem, um aufzustehen. Kirchenglocken wecken einen um 6 Uhr morgens, was schön anzuhören ist. Meine Stiefmutter Tina kocht alles von Grund auf und bietet köstliche Leckereien, sodass ich in dieser Hinsicht sehr verwöhnt bin. Sie ist eine ausgezeichnete, hingebungsvolle Gärtnerin und zieht all ihr eigenes Gemüse und ihre eigenen Beeren, macht Marmeladen und an den meisten Abenden eine herrliche frische Gemüsesuppe mit ihrem selbst gebackenen Brot. Ich nehme jedes Jahr gern ein paar Kleinigkeiten mit zurück zu meinem Zuhause und meiner Familie in London, sei es eine Christbaumkugel oder ein Schmuckstück. Das sind wunderbare kleine Andenken, um auf Ereignisse und Reisen zurückzublicken. Das Leben kann sehr schön sein, wenn wir uns auf das Positive und die kleinen Freuden des Lebens besinnen.
Glühwein-Rezept für jene, die Interesse haben:
Der Glühwein stammt traditionell aus Deutschland, und der Name bedeutet glühender Wein, ein Gefühl inneren Glühens. Man trinkt ihn den ganzen Dezember über aus Porzellantassen. Er hat acht Zutaten.
Zutaten:
1/2 mittelgroße Orange
3/4 Tasse Wasser
1/4 Tasse Rohrzucker oder Kristallzucker
20 ganze Gewürznelken
2 Zimtstangen
2 ganze Sternanis
1 Flasche (750 Milliliter) trockener Rotwein
Rum oder Amaretto, zum Servieren (optional)
Zubereitung:
Schälen Sie mit einem Sparschäler die Schale der Orange in breiten Streifen ab, wobei Sie darauf achten, das weiße Innere zu meiden; beiseitestellen. Pressen Sie die Orange aus und stellen Sie den Saft beiseite.
Geben Sie Wasser und Zucker in einen großen, nicht reaktiven Topf und kochen Sie sie, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Reduzieren Sie die Hitze und fügen Sie die Nelken, den Zimt, den Sternanis, die Orangenschale und den Orangensaft hinzu. Köcheln Sie, bis sich ein duftender Sirup bildet, etwa 1 Minute.
Reduzieren Sie die Hitze weiter und fügen Sie den Wein hinzu. Lassen Sie ihn mindestens 20 Minuten, aber bis zu einigen Stunden ganz leicht ziehen. Behalten Sie ihn im Auge, damit er nicht zu vollem Köcheln gelangt.
Abseihen und in kleinen Tassen servieren, dabei einen Schuss Rum oder Amaretto hinzufügen und nach Belieben mit der Orangenschale und dem Sternanis garnieren.
Prost
Oder
Zum Wohl, wie man in Deutschland sagt